„Nicht den Tod
sollte man fürchten,
sondern dass man nie
beginnen wird, zu leben.“

(Marcus Aurelius)

Das 1x1 der Bestattungsarten: alternative Bestattungen – Teil 1

Der Tod eines geliebten Menschen ist ein tiefgreifendes Ereignis, das viele Fragen aufwirft – nicht zuletzt die nach der passenden Bestattungsart. Neben den traditionellen Methoden wie der Erdbestattung und der Feuerbestattung gibt es auch alternative Bestattungsformen, die in den letzten Jahren an Beliebtheit gewonnen haben. In diesem ersten Teil erklären wir, was eine alternative Bestattung eigentlich ist, während wir im zweiten Teil einen genauen Blick auf einige dieser ungewöhnlicheren Methoden werfen.

Was ist eine alternative Bestattung?

Die Bestattungskultur und unser Umgang mit Tod und Trauer haben sich in den letzten Jahren stark verändert. Galt früher in Deutschland die Erdbestattung als alleiniger Standard, so gibt es heute im In- und Ausland zahlreiche neue Möglichkeiten für einen individuellen Umgang mit dem eigenen Tod. Alternative Bestattungsformen weichen von traditionellen Methoden ab und verfolgen eher unkonventionelle, kreative oder nachhaltige Ansätze. Diese Bestattungsformen spiegeln häufig persönliche Überzeugungen, Lebensstile oder den Wunsch nach einer naturnahen letzten Ruhestätte wider.

Insbesondere die Feuerbestattung hat diese Entwicklung begünstigt, da sie nicht nur vielfältige Bestattungsformen wie die Seebestattung oder die Waldbestattung erst ermöglicht, sondern auch dem Wunsch vieler Menschen nach einer oft kostengünstigeren Alternative zur traditionellen Erdbestattung entspricht.

Diese Entwicklung hat aber sicher noch weitere Gründe: Neben dem Bedürfnis nach einem individuellen Abschied verlieren christliche Traditionen immer weiter an Bedeutung. Zudem leben viele Familien nicht mehr zentral an einem Ort, sondern verstreut über das ganze Land, manchmal sogar über ganze Kontinente. Viele Angehörige können sich daher nicht mehr über Jahre hinweg um ein Grab auf einem Friedhof kümmern.

Wie populär sind alternative Bestattungen in Deutschland?

Alternative Bestattungsformen erfreuen sich in Deutschland zunehmender Beliebtheit, was sich vor allem in der steigenden Zahl der Feuerbestattungen zeigt. Der Anteil liegt heute bei fast 80 Prozent. In den 1960er Jahren waren es nur 10 Prozent. Mehr als die Hälfte aller Verstorbenen, die eingeäschert werden, entscheiden sich heute für eine Baum- oder Seebestattung – und damit gegen ein klassischen Urnengrab auf einem Friedhof oder einer Aufbewahrung im Kolumbarium.

Damit haben alternative Bestattungsformen in Deutschland einen bedeutenden Anteil an der heutigen Bestattungskultur. Dieser Trend deutet auf einen gesellschaftlichen Werte- und Präferenzwandel hinsichtlich der Bestattungsformen hin.

Welche Voraussetzungen gelten für eine alternative Bestattung?

Die Voraussetzungen für alternative Bestattungsformen unterscheiden sich je nach gewählter Bestattungsart und den geltenden gesetzlichen Bestimmungen auf Bundes- und Landesebene. Grundsätzlich gelten in Deutschland Bestattungsgesetze und Beisetzungspflicht, die die Möglichkeiten deutlich einschränken. Im Gegensatz dazu bieten Länder wie die Schweiz und die Niederlande aufgrund ihrer liberaleren Bestattungsgesetze ein breiteres Spektrum an Möglichkeiten.

Die meisten alternativen Bestattungsformen setzen die Einäscherung des Verstorbenen in einem Krematorium voraus. Wichtig ist, dass auch die Einäscherung in Übereinstimmung mit den örtlichen Gesetzen und Vorschriften erfolgt.

Für viele alternative Bestattungsformen ist es zudem erforderlich, dass der Verstorbene zu Lebzeiten seinen Wunsch nach einer bestimmten Bestattungsart schriftlich niedergelegt hat, insbesondere wenn es sich um unkonventionelle Optionen wie die Diamantbestattung oder die Verstreuung der Asche an einem bestimmten Ort handelt.

Lesen Sie in Teil 2, welche alternativen Bestattungsformen es gibt und welche in Deutschland in den letzten Jahren an Beliebtheit gewonnen haben.

Autor:
Jörg Zimmerling
Bildquelle:
Rapid Data

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